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Sachsen
Donnerstag, 14. Januar 2016 08:52

Warum sind Werkverträge in der regionalen Wirtschaft wichtig? – Ergebnisse einer IHK-Unternehmensbefragung

Der Werkvertag ist eine bewährte Vertragsformen in der südwestsächsischen Wirtschaft, der zur Flexibilisierung und Arbeitsteilung beiträgt.  

Die vorgesehenen Einschränkungen führen zu einem Rückgang der Wettbewerbsfähigkeit: Die Fremdvergabe von Tätigkeiten und Leistungen nimmt ab, genauso wie die Produktvielfalt bzw. das Dienstleistungsangebot.

Für viele südwestsächsische Unternehmen spielen Werkverträge eine wichtige Rolle, sowohl als Nutzer als auch als Anbieter. Beispielsweise werden Bauaufträge, Montagen bzw. Wartungen von Maschinen und Anlagen, die Logistik, Planungs- und Beratungsleistungen sowie IT-Dienstleistungen häufig durch Werkverträge erbracht. Gefragt nach den Gründen für den Einsatz von Werkverträgen, wird die Erhöhung der betrieblichen Flexibilität (65 %), die Spezialisierung bzw. Konzentration auf das Kerngeschäft (42 %), die fehlende Ausrüstung (30 %) Prozent) und das fehlende Fachwissen (24%)1 genannt. Rund ein Viertel verweist auf Kostengründe.

Als Auswirkungen der geplanten Regulierung der Werkverträge (u. a. Kriterienkatalog für die Abgrenzung von Werk- und Dienstverträgen zu Arbeitsverträgen) werden hauptsächlich sinkende Wettbewerbsfähigkeit (42 %), abnehmende Fremdvergabe von Leistungen (39 %), steigende Preise (36 %), sinkende Produktvielfalt und Angebote (31 %) sowie ein Beschäftigungsrückgang (27 %)1Mehrfachnennungen möglich. erwartet. Für 32 % der Unternehmen sind die Folgen derzeit nicht abschätzbar.

„Die Befragung zeigt, dass Werkverträge in einer zunehmend spezialisierten und arbeitsteiligen Welt wichtig sind, um sich im Wettbewerb zu behaupten. Unternehmen müssen Leistungen, die sie selbst aus Zeit-, Kapazitäts- oder Know-how-Gründen nicht erbringen können, von außen beziehen dürfen“, urteilt Kathleen Spranger, Justitiarin der IHK Chemnitz. Es muss das Recht des Unternehmers bleiben, strategische Entscheidungen für sein Unternehmen zu treffen - dazu gehört auch die Entscheidung, welche Produkte, Gewerke, Leistungen und Arbeiten zur Kernkompetenz des Unternehmens gehören und in welchen Bereichen sich das Unternehmen Fachkompetenz einkauft.
„Nach über 100 Jahren erfolgreicher Praxis der Werkverträge gilt es, eine Überreaktion des Gesetzgebers aufgrund einiger weniger Einzelfälle zu vermeiden“, so Spranger weiter. Der vorgelegte Referentenentwurf ist jedenfalls keinesfalls geeignet, Rechtssicherheit zu schaffen - vielmehr wird er zu einer deutlichen Schlechterstellung der gewerblichen Wirtschaft führen.

Die Umfrage fand im Rahmen der IHK-Konjunkturumfrage im Herbst 2015 statt.

IHK-Ansprechpartner im Fachbereich: Martin Witschaß, Tel. 0371 6900-1250.

Quelle: IHK Chemnitz




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